Lektion 1 · Start

Lektion 1: Risiko pro Trade und Positionsgröße

Wie viele Lots Sie eröffnen, damit der Verlust am Stop-Loss genau dem Plan entspricht. Formel, Goldbeispiel und warum 1 % ein vernünftiger Start ist.

Mit KI-Werkzeugen vorbereitet. Redaktionelle Prüfung: WickViper Team, 7. Okt. 2026. Die Quellen stehen am Ende des Artikels.

Kurz gesagt

  • Erst festlegen, wie viel Sie verlieren können, dann die Positionsgröße berechnen.
  • Größe = riskierter Betrag ÷ (Abstand zum SL × Punktwert pro Lot).
  • Mit 1 % des Kapitals pro Trade übersteht man eine lange Verlustserie, mit 5 % meist nicht.

Erst der Verlust, dann die Position

Die meisten Einsteiger beginnen mit „Wie viel kann ich verdienen?“. Profis beginnen mit „Wie viel kann ich verlieren, wenn ich falschliege?“. Dieser Betrag – das Risiko pro Trade – entscheidet, ob Sie die Verlustserien überstehen, die mit Sicherheit kommen werden.

Die Formel

Positionsgröße (Lots) = riskierter Betrag ÷ (Abstand zum Stop-Loss × Wert einer Bewegung um 1 Punkt pro Lot).

Beispiel Gold: ein Konto mit 10.000 USD, 1 % Risiko = 100 USD. Einstieg 4.150, Stop-Loss 4.140 – also 10 Punkte. Bei Gold entspricht 1 Lot meist 100 Unzen, eine Bewegung um 1 USD bringt also 100 USD pro Lot. Verlust am Stop mit 1 Lot: 10 × 100 = 1.000 USD. Größe: 100 ÷ 1.000 = 0,10 Lots.

Der Positionsgrößenrechner erledigt das für Sie. Prüfen Sie den Punktwert in der Kontraktspezifikation Ihres Brokers – er unterscheidet sich von Broker zu Broker, besonders bei Indizes.

Wie viel riskieren?

Es gibt keine Zahl, die für alle passt, aber die Arithmetik ist gnadenlos. Bei 1 % pro Trade kosten 10 Verluste in Folge etwa 10 % des Kontos. Bei 5 % sind es etwa 40 % – und um 40 % aufzuholen, brauchen Sie 67 % Gewinn. Deshalb sind 0,5–1 % ein üblicher Startwert. Der Risk-of-Ruin-Simulator zeigt, wie oft ein Konto bei unterschiedlichen Einstellungen die Hälfte verliert.

Typische Fehler

  • Den Stop-Loss weiter wegschieben, wenn der Kurs sich ihm nähert – dann ist der riskierte Betrag nicht mehr real.
  • Dieselbe Positionsgröße bei unterschiedlichen Stop-Abständen – das Risiko springt von Trade zu Trade.
  • Das Risiko vom Gewinn statt vom Kapital berechnen.

Merke

Laut ESMA verlieren die meisten Privatkundenkonten beim CFD-Handel Geld. Risikomanagement ändert nichts am Edge einer Strategie – es entscheidet, ob Sie lange genug durchhalten, um herauszufinden, ob es einen gibt.

Fragen

Ist 1 % eine feste Regel?

Nein. Es ist ein üblicher Ausgangspunkt, weil man damit lange Verlustserien übersteht. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass sie feststeht und vor dem Einstieg berechnet wird.

Was, wenn das Ergebnis unter der Mindestlotgröße liegt?

Dann ist der Trade mit diesem Stop zu groß für Ihr Konto – senken Sie das Risiko, suchen Sie einen engeren Stop oder lassen Sie den Trade aus.

Quellen

  1. ESMA agrees to prohibit binary options and restrict CFDs to protect retail investors — ESMA
  2. Forex fraud advisory — CFTC